Landwirtschafts- und Lebensmittelbranche

Der deutsche Klimaschutzplan 2050 sieht vor, dass die Emissionen der Landwirtschaft bis 2030 um mindestens 31-34 % gegenüber 1990 gesenkt werden. Gemäß der NEC-Richtlinie müssen die Ammoniakemissionen der deutschen Landwirtschaft bis 2030 um 29 % gegenüber 1990 gesenkt werden, für Methan gibt es derzeit jedoch keine direkten Minderungsziele.

Ammoniak- und Methanemissionen aus der Landwirtschaft können am besten dann nachhaltig verringert werden, wenn alle Akteure entlang der Lebensmittel-Lieferkette Verantwortung übernehmen. Dazu zählen Landwirte, Unternehmen der Milch- und Fleischverarbeitung, Lebensmittelstandards und Handelsunternehmen. Lebensmittelwirtschaft und -handel als wichtige Abnehmer der landwirtschaftlichen Produktion haben erheblichen Einfluss auf die Umweltqualität der Rohstoffe und Erzeugnisse – und damit auch auf die Emissionen.

Im Rahmen des Projekts Clean Air Farming wird die Bodensee-Stiftung mehrere Runde Tische organisieren, um den Dialog zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelbranche und Umweltorganisationen zu stärken. Ziel ist eine gemeinsam abgestimmte Position der Akteure zur Verringerung der Methan- und Ammoniakemissionen. Gemeinsam mit Verbänden der Landwirtschaft sowie der Fleisch- und Milchindustrie werden die praktischen Möglichkeiten zur Verringerung von Methan und Ammoniak diskutiert sowie erforderliche politische Rahmenbedingungen und Anreize beschrieben.

Qualitätssiegel und Lebensmittelstandards kennzeichnen Verfahren oder Produkte, die bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie sind eine wichtige Orientierung für Verbraucher aber auch für diejenigen, die in Industrie und Handel für den Einkauf bzw. die Qualitätssicherung verantwortlich sind. Die Bodensee-Stiftung wird ausgewählte Lebensmittelstandards und Unternehmensrichtlinien in Hinblick auf wirksame Kriterien zur Methan- und Ammoniakreduzierung analysieren. Darauf aufbauend werden gemeinsam mit Vertretern aus Landwirtschaft und Lebensmittelbranche Empfehlungen für Kriterien erarbeitet, um Methan- und Ammoniakemissionen wirksam zu reduzieren. Mit diesen Empfehlungen werden Lebensmittelunternehmen und Standardorganisationen motiviert, wirksame und nachweisbare Kriterien bezüglich Ammoniak und Methan in ihre Qualitätsanforderungen aufzunehmen.

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