Auswirkungen von Methan und Ammoniak aus der Landwirtschaft

Methan ist ein Treibhausgas und treibt die Entstehung von schädlichem Ozon an, welches Lungen und Pflanzen schädigt. Ammoniak bildet zusammen mit anderen Gasen kleine Aerosole, welche wie andere Partikel auch tief in die Lunge eindringen. Chronisches Asthma wird verschlimmert, Allergien ausgelöst und zahlreiche weitere Krankheiten befeuert. Ammoniak belastet zudem Ökosysteme, da es Böden und Wasser versauert und eutrophiert.

 

 

Methan

Methan (CH4) hat ein um etwa 28-mal höheres Treibhauspotenzial (GWP100) als CO2 (IPPC Report 5) und gehört zu den kurzlebigen klimawirksamen Schadstoffen. Neben dem Anheizen des Klimas verschlechtert Methan auch regional die Luftqualität. Durch photochemische Oxidationsvorgänge in der Atmosphäre entstehen aus Methan Kohlenmonoxid (CO) und Ozon (O3). Das dabei gebildete Ozon bleibt in den unteren Luftschichten (bodennah) und beeinträchtigt nicht nur die Produktionsleistung natürlicher sowie land- und forstwirtschaftlicher Nutzpflanzen und Wälder, sondern hat weitreichende Folgen für die menschliche Gesundheit. Bodennahes Ozon führt beispielsweise zu Asthma, chronischen Atemwegserkrankungen, Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder verstärkt diese. Im Jahr 2015 war der Luftschadstoff für etwa 3.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland und 1.800 in Frankreich verantwortlich (EEA Air Quality Report 2018).

 

Ammoniak

Ammoniak (NH3) reagiert schnell mit Stickoxiden und Schwefeldioxid zu partikulären Ammoniumsulfaten und -nitraten. Diese Partikel sind sogenannte sekundäre anorganische Aerosole (SIA) und machen einen erheblichen Teil der Gesamtbelastung durch Feinstaub aus. Durch ihren kleinen Durchmesser (PM2,5) können sie tief in die Atemwege eindringen, dort länger verbleiben und die Lunge nachhaltig schädigen. Feinstaub ist mitverantwortlich für Lungen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Krebs. Er beeinflusst das zentrale Nervensystem und die Fortpflanzungsorgane. Im Jahr 2015 gab es in Deutschland 62.300 und in Frankreich 35.800 vorzeitige Todesfälle durch die Feinstaub-Belastung mit PM2,5. Zuletzt trägt Ammoniak aus der Landwirtschaft wesentlich zum übermäßigen Eintrag von Luftstickstoff in natürliche Ökosysteme bei und verursacht Eutrophierung, Versauerung und damit den Verlust der biologischen Vielfalt. Besonders nährstoffarme Landschaftssysteme wie Moore und Wälder leiden unter dem Stickstoffeintrag. Bereits 63 Prozent der europäischen Ökosysteme und 73 Prozent der NATURA-2000-Gebiete sind von Luftverschmutzung betroffen.

Das Hintergrundpapier zu Stickstoffverbindungen und weitere Infos finden Sie hier.

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